Die klassische Weihnachtsgans könnte in diesem Jahr teurer im Supermarkt werden. Grund dafür sind Seuchenausbrüche in Geflügelbetrieben und eine geringere Zahl heimischer Tiere.
Was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher, die planen, den Festbraten rechtzeitig zu kaufen?
Weshalb könnte es einen Versorgungsengpass an Weihnachtsgänsen im Supermarkt geben?
Die Geflügelpest sorgt in deutschen Beständen für Ausfälle. Nach Angaben des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) mussten rund fünf Prozent der gehaltenen Gänse bis Anfang November vorzeitig getötet werden.
Viele Betriebe schlossen Ställe, um die Ausbreitung zu stoppen. Besonders betroffen sind Regionen in Brandenburg. Dort kam es laut Angaben von Behörden zu mehreren Fällen der Vogelgrippe, wodurch Halter Bestände reduziert oder geschlossene Haltung verordnet bekommen haben.
Wie entwickeln sich die Preise für Gänse im Supermarkt?
Nach Informationen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) kostet deutsche Gans derzeit im Durchschnitt knapp 19,30 Euro je Kilogramm. Das sind rund 53 Cent mehr als im Vorjahr.
Der ZDG spricht von stabilen Preisen zwischen 18 und 22 Euro pro Kilo für heimische Ware. Polnische Gänse, die häufig als Tiefkühlprodukte verkauft werden, seien im Großhandel dagegen kräftig teurer geworden – teils um bis zu 120 Prozent.
Welche Folgen hat die Geflügelpest für Züchter und Handel?
Einige Betriebe ziehen laut ZDG-Geschäftsführer Wolfgang Schleicher die Schlachtung ihrer Tiere vor, um ein Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Das senkt die Zahl an frischen Gänsen, die im Dezember erhältlich sind.
Auch aus Polen werden weniger frische Tiere erwartet, weil dort ebenfalls viele Höfe von der Vogelgrippe betroffen sind. Dadurch fällt ein wichtiger Lieferant für deutsche Händler aus.
Greifen Verbraucher bei der Weihnachtsgans zu Alternativen?
Ja, sagen Jäger. Der Landesjagdverband Brandenburg berichtet, dass Wildbret als Alternative stärker nachgefragt wird. Gerade Reh und Wildschwein aus heimischen Revieren landen vermehrt auf den Weihnachtstischen.
Der Verband führt das auf Unsicherheiten bei der Geflügelverfügbarkeit und auf den Wunsch nach regionalen Produkten zurück.
Werden auch Restaurants ihre Preise für die Weihnachtgans erhöhen?
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) betont, dass die Vogelgrippe nicht alleiniger Preistreiber ist. Gestiegene Energiekosten, Personalaufwand und Einkaufspreise wirken sich ebenfalls aus.
Sollten Geflügelprodukte aber knapper werden, schließen Gastronomen weitere Preissteigerungen für Martins- oder Weihnachtsgänse nicht aus.
Wie sicher ist die Versorgung mit Geflügel und Eiern?
Engpässe erwartet der Geflügelverband insgesamt nicht. Zwar könne es regional zu Einschränkungen kommen, die Versorgung sei aber grundsätzlich gesichert.
Kundinnen und Kunden sollten beim Kauf frühzeitig planen – insbesondere, wenn sie frische deutsche Ware bevorzugen.
Wie reagiert der Handel auf den möglichen Engpass an Weihnachtgänsen?
Um zu erfahren, ob die Weihnachtsgans 2025 knapp wird, hat supermarkt-nachrichten.de eine entsprechende Presseanfrage bei deutschen Supermärkten und Discountern gestellt.
Auch Spekulatius gehört für viele zu Weihnachten dazu
Neben dem perfekten Gänsebraten gehören auch Plätzchen dazu. Achten Sie beim Einkauf dieses Jahr besonders auf die Qualität: Unser aktueller Spekulatius-Test zeigt, welche Discounter-Kekse am sichersten sind.
Außerdem sind Produkte wie Lachs, Butter und Milch jetzt günstiger im Supermarkt.
Verwendete Quellen
- Deutsche Presse Agentur
- Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG)
- Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI)
- Landesjagdverband Brandenburg
- Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga)
- Friedrich-Loeffler-Institut
