In der Weihnachtszeit gehört Spekulatius für viele fest dazu. Doch ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich dieses Jahr besonders.
Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt nämlich: Während günstige Discounter-Produkte durch Unbedenklichkeit glänzen, fallen Produkte eines bekannten Markenherstellers durch vergleichsweise hohe Schadstoffwerte auf.
Hier erfahren Sie, welche Kekse sicher sind und woran Sie guten Spekulatius bereits im Laden erkennen können.
Welcher Spekulatius überzeugt – und welcher nicht
Die Stiftung Warentest hat insgesamt 17 Sorten geprüft, darunter Gewürzspekulatius, Butterspekulatius und glutenfreie Varianten. Besonders achteten die Prüfer auf den Gehalt an Acrylamid.
Die Gewinner: Penny und Netto
Besonders positiv fielen die Eigenmarken von Penny und Netto auf. Mit einem Preis von 0,28 Euro pro 100 Gramm gehören sie nicht nur zu den günstigsten Produkten im Test, sondern auch zu den am geringsten belasteten.
- Penny Spekulatius: 27 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm
- Netto Spekulatius: 44 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm
Auch Produkte von Rewe, Edeka und Alnatura hatten niedrige Werte und gelten als unbedenklich. Insgesamt unterschreiten 14 der 17 getesteten Produkte den EU-Richtwert deutlich.
Die Verlierer: Auffälligkeiten beim Hersteller Borggreve
Drei Produkte fielen im Test negativ aus, da ihre Belastung deutlich über dem Durchschnitt lag. Auffällig ist hierbei der gemeinsame Ursprung: Alle drei Produkte stammen vom Hersteller Borggreve.
Betroffen sind:
- Aldi „Wintertraum“ (225 Mikrogramm/kg)
- Kaufland „Winteredition“ (200 Mikrogramm/kg)
- Borggreve Gewürz-Spekulatius (200 Mikrogramm/kg)
Einordnung der Werte
Der empfohlene EU-Richtwert für Acrylamid in Keksen liegt bei 350 Mikrogramm pro Kilogramm. Die betroffenen Produkte überschreiten diesen Wert zwar nicht und sind somit verkehrsfähig, doch die Stiftung Warentest bewertet die Werte dennoch als auffällig hoch.
Der Grund: Die Konkurrenz beweist mit Werten unter 50 Mikrogramm, dass es technisch möglich ist, deutlich schadstoffärmer zu produzieren.
Woran erkenne ich hochwertigen Spekulatius?
Unabhängig von Labortests gibt es Merkmale, an denen Sie die Qualität und potenzielle Belastung von Spekulatius selbst abschätzen können.
Die Farbe als Warnsignal
Die Farbe des Gebäcks ist der wichtigste Indikator für den Acrylamidgehalt. Acrylamid entsteht bei der Bräunung (Maillard-Reaktion).
- Die Faustregel: „Vergolden statt Verkohlen“.
- Guter Spekulatius sollte eine gleichmäßige, goldbraune Farbe haben. Greifen Sie im Regal lieber zu helleren Varianten.
- Sehr dunkle, fast braune Kekse deuten auf hohe Temperaturen hin, was das Risiko für erhöhte Acrylamidwerte steigert.
Bruchverhalten und Textur
Spekulatius gehört zum Mürbeteiggebäck. Ein Qualitätsmerkmal ist die „Rösche“. Der Keks sollte beim Durchbrechen ein trockenes, helles Knacken erzeugen und nicht zäh wirken. Er muss im Mund schnell mürbe werden. Zähigkeit deutet oft auf eine falsche Lagerung oder eine ungünstige Fettzusammensetzung hin.
Gewürze statt Aromen
Ein Blick auf die Zutatenliste verrät viel. Bei hochwertigem Gewürzspekulatius sollten die charakteristischen Gewürze wie Zimt, Nelken oder Kardamom aufgeführt sein.
Finden Sie dort lediglich den Begriff „Aroma“ oder „Gewürzmischung“, wurde oft an den teuren Rohstoffen gespart.
Hintergrund: Das Problem mit Acrylamid
Acrylamid ist kein Zusatzstoff, sondern ein unerwünschtes Nebenprodukt, das entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel stark erhitzt werden (Backen, Braten, Frittieren). Im menschlichen Körper wird Acrylamid zu Glycidamid umgewandelt.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stufen den Stoff als erbgutschädigend und potenziell krebserregend ein. Da sich beim Menschen noch kein exakter Grenzwert für Unbedenklichkeit festlegen lässt, gilt die Empfehlung, die Aufnahme so weit wie möglich zu minimieren.
Welcher Lebkuchen ist zu empfehlen?
Stiftung Warentest und Ökotest haben außerdem Lebkuchen untersucht. Auch Eigenmarken können überzeugen.
Verwendete Quellen
- Stiftung Warentest, Heft 12/2024
- Ruhr24
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
