Milka-Absatz bricht ein – Verbraucher steigen auf Alternativen um

2. Dezember 2025

Von: Moritz Serif

Milkaschokolade im Supermarkt
Milka ist plötzlich günstiger im Supermarkt (Symbolfoto/Nano Banana).

Milka gibt es plötzlich mit hohen Rabatten. Die lilafarbene Marke kämpft um Absatz und Vertrauen, die Händler ziehen die Preise vorübergehend nach unten.

Warum sinken die Preise für Milka-Schokolade?

Laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ läuft es für den Milka-Hersteller Mondelez in Europa derzeit schwierig. Zwar stiegen die Umsätze in Europa im zweiten Quartal um etwa 18,7 Prozent – getrieben durch Preiserhöhungen – doch die verkaufte Menge ging nur um rund 1,3 Prozent zurück. In Europa kam es zu einem Absatzeinbruch von 7,5 Prozent.

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher haben sich daher abgewandt. Nach Preiserhöhungen und verkleinerten Verpackungen wurde Milka bei der Verbraucherorganisation Foodwatch zur „dreistesten Mogelpackung des Jahres“ gewählt.

Ende November kam es zu einem Rückruf bei Milka.

Wie reagieren Supermärkte auf die Absatzprobleme von Mondelez?

Rewe, Edeka, Penny und Kaufland setzen auf aggressive Preisaktionen. Einzelne Milka-Tafeln kosteten zuletzt im Angebot nur einen Euro, mit App-Rabatt sogar weniger. Kaufland reduzierte zeitweise um mehr als die Hälfte, andere Märkte bieten bis zu 40 Prozent Vergünstigung auf größere Packungen.

Diese Aktionen sollen die Lager leeren und das Jahr mit zusätzlichem Umsatz abschließen. Häufig werden solche Aktionen zwischen Handel und Industrie abgestimmt. Dabei zahlt auch der Hersteller mit – über sogenannte Werbekostenzuschüsse.

Wie beeinflusst die Preisdebatte das Verhältnis zwischen Handel und Hersteller?

Offiziell bestimmt der Handel die Endpreise selbst. In der Praxis laufen Rabattwochen jedoch in enger Abstimmung mit den Produzenten. Dabei müssen Mengen, Logistik und Budgets frühzeitig fixiert werden.

Derzeit gibt es laut „Wirtschaftswoche“ aber Spannungen: Mondelez wolle trotz der aktuellen Situation die Preise für Milka-Schokolade um weitere 20 Prozent erhöhen.

Begründet wird das mit gestiegenen Verpackungs- und Lohnkosten. Gleichzeitig sind Rohstoffe wie Milch und Zucker momentan deutlich günstiger als im Vorjahr.

Könnten Milka-Produkte bald aus den Regalen verschwinden?

Wenn Händler und Hersteller keine Einigung finden, kann es zu Lieferstopps kommen. In solchen Fällen verschwinden Produkte zeitweilig aus dem Sortiment, bis neue Konditionen verhandelt sind. Beispiele dafür gab es bereits, etwa bei Edeka und dem Mars-Konzern.

Edeka ist bekannt dafür, Produkte und Marken aus den Regalen zu verbannen.

Welche Folgen könnten die Rabatte für den Süßwarenmarkt haben?

Handelsexperten beobachten, dass Konsumentinnen und Konsumenten zunehmend auf Alternativen wie Gummibärchen und Fruchtgummis umsteigen. Marken wie Haribo oder Katjes profitieren vom Trend weg von Schokolade.

Das Vertrauen in die Marke Milka hat gelitten. Lidl verramscht aktuell Milka-Schokolade, weil der Absatz eingebrochen ist.

Wie hoch sind die Preise für Weihnachtsschokolade?

Hohe Preise für Weihnachtsschokolade haben jüngst die Gemüter erregt.

Moritz Serif, Chefredakteur von supermarkt-nachrichten.de, meint, dass sich die hohen Preise für Weihnachtsschokolade bald keiner mehr leisten kann.

Welche Kritik gibt es an Milka noch?

Der Verpackungsexperte Professor Sebastian Klaus kritisierte Milka jüngst für „den umstrittensten Weihnachtsmann des Jahres“.

Verwendete Quellen

  • wiwo.de: „Milka-Schokolade schwächelt: So reagieren die Händler jetzt“
  • t-online: Umsatzrückgang: Preisschlacht bei Milka-Schokolade