Es passiert leise, fast unbemerkt: Während der Kakaopreis an den internationalen Börsen seit Monaten nach unten rauscht, klettern die Preise für Schoko-Weihnachtsmänner weiter nach oben.
Eine Entwicklung, die Verbraucherschützer scharf kritisieren und über die supermarkt-nachrichten.de bereits berichtet hat. Preise von Supermärkten sind immer wieder Thema.
Schokoweihnachtsmänner immer noch sehr teuer
Auf dem Papier müssten Schokolade und Schokoweihnachtsmänner derzeit eigentlich günstiger werden. Diese Ansicht vertritt die Verbraucherzentrale Hamburg.
Woran liegt das? Die historischen Rekordpreise für Kakao sind Vergangenheit, der Markt hat sich beruhigt, und die Rohstoffkosten liegen deutlich unter dem Niveau von vor einem Jahr.
Daher spricht die Verbraucherzentrale Hamburg von einer „großen Diskrepanz zu dem, was wir auf den Rohstoffmärkten sehen“.
„Seit dem Zenit vor einem Jahr sind die Kosten für Rohkakao um über 60 Prozent gesunken, aber die Preise für Schoko-Weihnachtsmänner sind angestiegen“, antwortete uns Armin Valet, Lebensmittelexperte bei der Verbraucherzentrale Hamburg.
Preise von Schokoweihnachtsmännern: „Preiserhöhungen zum Teil überzogen“
„Zwölf Monate sind eine sehr lange Zeit, in der diese Entlastung noch nicht weitergegeben wurde. Wir meinen, dass die Preiserhöhungen zum Teil überzogen sind und nicht das widerspiegeln, was die Rohstoffpreise hergeben“, so Valet.
Schokolade billiger, aber Weihnachtsmänner immer noch teuer
Das Ärgernis: Als die Kakaopreise 2024 explodierten, hatten viele Hersteller ihre Verkaufspreise innerhalb weniger Wochen angehoben.
Jetzt, wo der Rohstoff wesentlich billiger wird, passiert genau das Gegenteil – so zumindest der Eindruck der Verbraucherzentrale.
Die Partei „Linke“ fordert mittlerweile ein Einschreiten gegenüber Aldi, Edeka, Lidl und Rewe.
Wie reagieren Aldi, Lidl und Ferrero auf die hohen Preise für Weihnachtsmänner?
Auf konkrete Preisverläufe von supermarkt-nachrichten.de angesprochen, bleiben die großen Discounter und Ferrero zurückhaltend.
Ferrero „kommentiert das Thema Preisentwicklung grundsätzlich nicht“.
ALDI Nord wird etwas ausführlicher – aber ohne sich zu Preisen einzelner Artikel zu äußern.
Lidl verweist auf Rohstoffpreise.
Aldi Nord möchte „Einsparungen weiter geben“
„Als Grundversorger ist es unser Anspruch, dauerhaft hohe Qualität zum bestmöglichen Preis anzubieten. Einsparungen geben wir dort weiter, wo immer möglich.“
Aldi Nord: „Preisveränderungen wirken sich erst verzögert aus“
Gleichzeitig verweist der Discounter auf langfristige Einkaufsprozesse bei Saisonware:
„Da wir Saisonware mit großem Vorlauf einkaufen, wirken sich Preisveränderungen auf den Rohstoffmärkten erst verzögert aus.“
Nach eigenen Angaben bietet ALDI Nord seit 2024 standardmäßig eine 110-Gramm-Version des Wintertraum-Weihnachtsmanns an. Eine 200-Gramm-Version sei nur noch Aktionsware.
Auf konkrete Preisentwicklungen möchte man jedoch „grundsätzlich nicht eingehen“.
Lidl verweist auf „gültigen Kakaopreis“
Lidl erweist auf frühzeitige Einkaufsprozesse und betont, dass Saisonware lange im Voraus verhandelt wird. Dadurch könne der Kakaopreis zum Zeitpunkt der Vertragsabschlüsse deutlich von den aktuellen Marktpreisen abweichen.
In der schriftlichen Antwort heißt es:
„Die Verhandlungen mit Lieferanten für das Weihnachtsgeschäft werden frühzeitig geführt. Als Verhandlungsgrundlage gilt dabei der jeweils zu dem Zeitpunkt gültige Kakaopreis, der von dem aktuell geltenden abweichen kann.“
Das Unternehmen erklärt außerdem, man versuche Kostensteigerungen innerhalb der Lieferkette bestmöglich abzufedern. Sobald sich Einstandspreise reduzierten, wolle man Preisvorteile zeitnah weitergeben.
Zur konkreten Produktauswahl schreibt Lidl:
„In diesem Jahr verkaufen wir erstmals unseren FAVORINA-Weihnachtsmann neben der bekannten 200-Gramm-Version auch in einer 110-Gramm-Variante.“
Was hält supermarkt-nachrichten.de von den Preisen für Weihnachtsschokolade?
Moritz Serif, Chefredakteur von supermarkt-nachrichten.de meint in seinem Meinungsbeitrag: Die Preise für Weihnachtsschokolade kann sich doch bald keiner mehr leisten.
Offen bleibt, wie Verbraucher auf die höheren Preise für Weihnachtsschokolade reagieren
Ob sich die gestiegenen Preise für Weihnachtsschokolade tatsächlich im Kaufverhalten bemerkbar machen, ist derzeit nicht absehbar. Weder Verbraucherschützer noch Händler haben hierzu belastbare Angaben gemacht.
Damit bleibt offen, ob die höheren Preise Auswirkungen auf die Nachfrage haben – oder ob sich am Absatz letztlich wenig ändert.
Dennoch gibt es Spartricks, wie Verbraucher bei Weihnachtsschokolade im Supermarkt Geld sparen können.
Verwendete Quellen
- Presseanfragen von supermakt-nachrichten.de vom 24.11.2025
- Antworten von Verbraucherzentrale Hamburg, Aldi Nord, Lidl und Ferrero
