Der Einkaufswagen ist voll, doch im Supermarkt fällt es auf: Viele Produkte tragen gar keine bekannten Markenlogos.
Lohnen sich diese Eigenmarken? Und wer steckt dahinter?
Sind Eigenmarken immer günstiger als Markenprodukte?
Grundsätzlich ja – aber mit Unterschieden. Eigenmarken, auch Handelsmarken oder Private Labels genannt, sind meist preiswerter, weil Supermärkte Herstellung, Verpackung und Vertrieb selbst steuern. So entfallen Ausgaben für Markenwerbung oder teure Marketingkampagnen.
Bei Discountern sind Eigenmarken im Schnitt deutlich günstiger als Markenprodukte. Analysen berichten häufig von rund 30 Prozent Preisvorteil.
Die Spanne variiert je Warengruppe und Zeitraum. Auch Vollsortimenter wie Rewe oder Edeka bieten Basis-Eigenmarken im unteren Preissegment an.
Wer steckt hinter Supermarkt-Eigenmarken?
Viele Eigenmarkenprodukte stammen von bekannten Markenherstellern. Diese produzieren zusätzlich zu ihren eigenen Linien auch für den Handel – oft mit leicht angepassten Rezepturen oder Verpackungen.
Produzenten von Eigenmarken können wechseln. Das ist für Verbraucher nicht immer ersichtlich. Umfassende Offenlegungspflichten zur Herstelleridentität bestehen nicht. Verbraucherschützer fordern an dieser Stelle mehr Transparenz.
Pflichtangabe ist der Name/Anschrift des verantwortlichen Lebensmittelunternehmers.
Ein ovales Identitätskennzeichen (z. B. ‚DE…‘) ist nur bei tierischen Erzeugnissen vorgeschrieben und identifiziert den zugelassenen Betrieb.
Wie finde ich heraus, wer der Hersteller von Eigenmarken ist?
Wer wissen möchte, ob hinter einer Eigenmarke ein bekannter Hersteller steckt, kann im Supermarkt selbst auf einige Hinweise achten:
- Etikett genau ansehen: Manchmal ist der Produzent oder eine Tochterfirma klein aufgedruckt.
- Adresse auf der Verpackung vergleichen: Gleiche Anschriften können auf denselben Konzern hinweisen.
- Zutaten und Nährwerte prüfen: Ähnliche Angaben deuten auf eine mögliche gemeinsame Produktion hin.
- Identitätskennzeichen bei tierischen Produkten prüfen: Das ovale „DE…“-Zeichen zeigt den zugelassenen Herstellungsbetrieb.
Wie Sie die Hersteller online recherchieren können
Auch im Internet lässt sich mehr über die Herkunft von Eigenmarken herausfinden.
Im Online-Bundesanzeiger oder im Handelsregister können Geschäftsberichte und Unternehmensverbindungen eingesehen werden.
Zudem gibt es im Netz verschiedene Listen, die Eigenmarken ihren Mutterkonzernen zuordnen – allerdings ohne offiziellen Charakter.

Wie steht es um die Qualität von Eigenmarken?
Lange galten Handelsmarken als einfache Billigprodukte. Dieses Bild hat sich gewandelt. Häufig produzieren auch Markenhersteller für den Handel.
Dass identische Werke genutzt werden, kommt vor, ist aber nicht generell der Fall und kann je Produkt/Charge variieren.
Inhaltsstoffe und Nährwerte im Vergleich
Ob Discounter oder Supermarkt – entscheidend ist der genaue Blick. Verbraucherzentralen und Produkttests zeigen immer wieder, dass Eigenmarken bei Nährwerten, Zusammensetzung und Geschmack oft gleichauf mit Markenartikeln liegen.
Unterschiede gibt es häufiger bei Rezepturen oder Zusatzstoffen. So kann etwa der Zucker- oder Fettgehalt variieren – ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich also in jedem Fall.
Eigenmarken: von Basis bis Premium
Heute haben Supermärkte meist mehrere Eigenmarken im Sortiment: günstige Standardprodukte, eine Bio-Eigenmarke und oft auch eine Premiumlinie.
Beispielhaft setzen Supermärkte auf mehrere Eigenmarkenlinien: Bei Rewe etwa „ja!“ (Basis), „Rewe Bio“ (Bio) und „Feine Welt“ (Premium); bei Edeka „Gut & Günstig“, „Edeka Bio“ und „Edeka Selection“.
Auch Lidl verfolgt diese Strategie mit Marken wie „Cien“, „Milbona“ und „Deluxe“.
Produkttests und Gütesiegel als Orientierung
Unabhängige Eigenmarkentests von Stiftung Warentest oder Öko-Test geben verlässliche Hinweise auf Qualität, Zusammensetzung und Herkunft.
Ebenso wichtig sind staatliche Kennzeichen wie das EU-Bio-Siegel oder das „Blauer Engel“-Logo.
Verwendete Quellen
- Verbraucherzentrale Bundesverband
- Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
- Stiftung Warentest / Öko-Test
- NDR
- Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH)
- Eigene Recherche
