Sie stehen vor dem Joghurtregal – Dutzende Becher, fast identisch verpackt. Das Markenprodukt kostet 89 Cent, die Eigenmarke daneben 39. Beide versprechen beste Qualität.
Doch wie gut sind Eigenmarken wirklich – und was sagt Stiftung Warentest dazu?
Was sind Eigenmarken und welche Arten gibt es?
Eigenmarken, auch Handels- oder Hausmarken genannt, sind Produkte, die speziell für einen Supermarkt oder Discounter hergestellt werden. Sie tragen deren Namen oder ein eigens entwickeltes Label wie „Gut&Günstig“ (Edeka), „Ja!“ (Rewe) oder „Milbona“ (Lidl).
Sie sollen preisbewussten Kunden Alternativen zu Markenartikeln anbieten. Zur Qualität zeigen Warentests häufig Gleichstand zwischen Handels- und Herstellermarken.
Rezepturgleichheit lässt sich meist nicht verlässlich belegen.
Welche Eigenmarken schneiden bei Stiftung Warentest gut ab?
In den vergangenen Jahren erhielten zahlreiche Eigenmarken von Aldi, Lidl und Edeka sehr gute bis gute Noten.
Je nach Produktgruppe liegen Eigenmarken häufig gleichauf mit Marken. Vereinzelt schneiden sie auch besser ab.
- Bei Aldi Süd überzeugte das „Kür Haircare Anti-Schuppen“-Shampoo mit dem Qualitätsurteil gut (2,0).
- Außerdem überzeugten in Tests etwa Shampoo von Aldi Süd („Ombia“) oder Butter von Lidl („Milbona“) mit hoher Qualität zum kleinen Preis.
- Auch Bio-Eigenmarken wie Aldi Süds BIO (ehemals GUT BIO) oder „BioBio“ (Netto) erzielten mehrfach gute Bewertungen.
Sind Eigenmarken günstiger als Markenprodukte bei gleicher Qualität?
Oft ja. Stiftung Warentest stellte mehrfach fest, dass viele Eigenmarken in ihrer Qualität kaum hinter Markenware zurückliegen. In Einzelfällen stammen Eigen- und Markenprodukte vom selben Hersteller.
Warentests zeigen je nach Produktgruppe deutliche Preisunterschiede. In einem Warenkorbbeispiel lag das Sparpotenzial bei rund 34 Prozent. Die Testergebnisse finden Sie bei Stiftung Warentest.
Wie verlässlich sind die Testergebnisse von Stiftung Warentest?
Stiftung Warentest gilt als unabhängige Verbraucherorganisation. Ihre Prüfungen folgen festen wissenschaftlichen Kriterien – von Laboranalysen über Schadstoffmessungen bis zu Verkostungen.
Die Urteile reichen von „sehr gut“ bis „mangelhaft“. Das Qualitätsurteil basiert auf fachlich gewichteten Prüfkriterien. Den Preis weist Warentest separat aus.
Welche Kriterien legt Stiftung Warentest an?
Je nach Produktart bewertet Stiftung Warentest Geschmack, Inhaltsstoffe, Deklaration, Verpackung oder Umweltaspekte. Bei Waschmitteln etwa zählt die Waschleistung, bei Lebensmitteln der Geschmack, bei Haushaltswaren die Haltbarkeit.
Damit sind die Ergebnisse zwischen Produktgruppen nur bedingt vergleichbar, aber innerhalb derselben Warengruppe verlässlich.
Warum die Aktualität von Testergebnissen wichtig ist
Rezepturen, Hersteller oder Lieferanten wechseln bei Eigenmarken regelmäßig. Deshalb sind Testergebnisse immer Momentaufnahmen. Ein Joghurt, der 2022 gut abschnitt, kann heute anders schmecken oder aus anderer Produktion stammen.
Verwendete Quellen
- Stiftung Warentest
- Verbraucherzentrale Bundesverband, Informationen zu Eigenmarken
- Bundeskartellamt, Marktbericht Lebensmitteleinzelhandel
- Handelsdaten von Edeka, Rewe, Aldi, Lidl, Netto, Penny, Kaufland
