Ab Ende 2025 steht in Supermärkten eine weitreichende Veränderung an. Sie betrifft Produkte wie Kaffee, Schokolade oder Rindfleisch und kann dazu führen, dass einzelne Artikel aus den Regalen verschwinden.
Hintergrund ist eine neue EU-Verordnung, die den Kampf gegen die globale Entwaldung verschärft.
Was genau ändert sich ab Dezember 2025 für Supermarktkunden?
EUDR-Rohstoffe, für deren Herstellung Wald gerodet oder geschädigt wurde, dürfen ab dem Stichtag 30. Dezember 2025 nicht mehr in der Europäischen Union und somit weder in Supermärkten noch in Discountern verkauft werden.
Ein EUDR-Rohstoff ist ein Rohstoff, der unter die EU-Verordnung zur Entwaldungsbekämpfung (EUDR) fällt.
Unternehmen müssen somit nachweisen, dass ihre Produkte legal im Herkunftsland angebaut und keine Wälder dafür zerstört wurden.
Für Sie als Kunde bedeutet das:
- Strengere Prüfungen: Supermärkte müssen für betroffene Produkte die EUDR-Nachweise ihrer Lieferanten prüfen und dokumentieren.
- Sortimentswechsel: Produkte, deren Herkunft nicht sauber nachgewiesen werden kann, können aus dem Sortiment verschwinden.
- Neue Anbieter: Hersteller, die frühzeitig auf nachhaltige Quellen umsteigen, kommen neu in die Regale.
Die Frist am 30. Dezember 2025 gilt für große Handelsunternehmen – also für alle bekannten Supermarktketten.
Kleinst- und Kleinunternehmen erhalten eine Übergangszeit bis zum 30. Juni 2026.
Welche Supermarktprodukte sind von den Änderungen im Dezember betroffen?
Die Regelung zielt nicht auf einzelne Marken, sondern auf sieben Rohstoffgruppen. Viele davon landen täglich in Ihrem Einkaufswagen.
Zu den betroffenen Rohstoffen zählen unter anderem:
- Kaffee
- Kakao und Schokolade
- Rindfleisch und Rindfleischprodukte
- Soja (etwa in Tofu, Sojadrinks oder als Futtermittel in der Fleischproduktion)
- Palmöl (in Lebensmitteln und Kosmetik)
- Holz sowie bestimmte Papier- und Holzprodukte
Vor allem bei Fertigprodukten und Tiefkühlartikeln stecken Zutaten oft in Form von Palmöl oder Soja in der Produktion.
Welche Auswirkungen hat die Entwaldungsregel auf Märkte?
Die Entwaldungsregel kann sich auf das Angebot im Supermarkt auswirken. Preiserhöhungen sind durch den höheren Verwaltungsaufwand für Unternehmen denkbar.
Weitere mögliche Folgen für Verbraucher:
- Weniger Auswahl: Produkte oder Marken aus Herkunftsländern mit hohem Entwaldungsrisiko können seltener werden.
- Neue Herkunftsländer: Anbieter, die aus Regionen ohne Entwaldung beziehen, füllen die Lücken.
- Artikel-Streichungen: Einzelne Produkte verschwinden ganz, falls die Hersteller die strengen Nachweisanforderungen nicht erfüllen wollen oder können.
Welche Reaktionen auf die Entwaldungsregel gibt es?
Die „Bild“-Zeitung und der „Tagesspiegel“ haben einige Reaktionen auf die Entwaldungsregel zusammengetragen.
Fairtrade Deutschland warnt vor steigenden Kosten und möglichen Lieferengpässen, vor allem bei Bio- und Fairtrade-Produkten.
Edeka rechnet damit, dass Millionen zusätzlicher Sorgfaltserklärungen im Handel nötig sein werden, um die Herkunft der Produkte nachzuweisen.
Rewe teilte mit, dass die möglichen Preisfolgen für Kunden aktuell noch nicht abschätzbar seien.
Wie Supermärkte und Discounter auf unsere Presseanfragen reagierten
Supermärkte und Discounter äußerten sich zurückhaltend bis kaum auf unsere Presseanfragen.
Das wollten wir wissen: „Welche Neuerungen oder Veränderungen stehen in Ihrem Hause an? Z.b Sortiment, Preisänderungen, Apps, Services etc“.
Edeka
Edeka teilte uns mit:
„Lieber Herr Serif,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Über sämtliche Neuerungen aus unserem Hause können Sie sich gerne in unserem Pressebereich informieren.“
Rewe
Rewe äußerte sich wie folgt:
„Lieber Herr Serif,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Sie bei Ihrem Thema nicht mit Informationen unterstützen können. Wir bitten um Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen“
Lidl
Lidl verwies ebenfalls auf seine Pressesstelle:
„Sehr geehrter Herr Serif,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Die neuesten Entwicklungen bei Lidl in Deutschland können Sie über unseren Newsroom aufrufen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zu strategischen Maßnahmen und zukünftigen Planungen nicht äußern möchten.
Mit freundlichen Grüßen“
Supermärkte und Discounter ohne Rückmeldung
Aldi Süd
Globus
Kaufland
Netto
Welche Supermarktänderungen kommen 2026?
Die Entwaldungsverordnung ist nicht die einzige große Neuerung.
Alle weiteren großen Änderungen, die 2026 im Supermarkt auf Sie zukommen (Fleisch, Verpackung, Digitalisierung), lesen Sie hier.
Verwendete Quellen
- EU-Entwaldungsverordnung
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat – EU-weit einheitliche Regelung für entwaldungsfreie Lieferketten
- Presseanfrage von supermarkt-nachrichten.de vom 13.11.2025
- Bild-Zeitung
- Tagesspiegel
