SB-Kassen im Supermarkt: Studie zeigt, wie schwer sich Diebstahl nachweisen lässt

19. November 2025

Von: Moritz Serif

Eine Frau an einer Supermarkt-SB-Kasse.
In der Praxis lässt sich Diebstahl an SB-Kassen schwer nachweisen (Symbolfoto/Krea AI/Google Imagen 4 Ultra/KI-generiert).

Self-Checkout-Kassen sind in deutschen Supermärkten und Discountern längst Standard – von Rewe über Edeka bis zu Aldi und Lidl.

Ebenso verbreitet ist die Annahme, dass es im Vergleich zu bedienten Kassen an SB-Kassen verstärkt zu Diebstählen käme.

Aber ist das wirklich so?

EHI-Studie zu Diebstahl an SB-Kassen

Eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute (2025) untersucht Inventurdifferenzen aus dem Jahr 2024 – also Abweichungen zwischen Sollbestand und tatsächlichem Bestand, verursacht durch Diebstahl, Bedienungsfehler oder technische Probleme.

Das EHI hat supermarkt-nachrichten.de als Antwort auf unsere Presseanfrage die Studie zur Verfügung gestellt.

Die große Frage: Steigt der Diebstahl an SB-Kassen wirklich?

Die Studie zeigt: In der Praxis lässt sich kaum nachweisen, ob SB-Kassen mehr Diebstähle verursachen als bediente Kassen im Supermarkt oder Discounter.

Unklar sei, ob die Fehlbestände an den SB-Kassen oder an der Kasse mit Personal entstehen.

Auch die SB-Systeme seien schwer vergleichbar: Manche haben Kontrollwaagen, Kameras und automatische Türen, andere wiederum nicht die gleichen Sicherheitsfeatures.

Nicht jeder Supermarkt leistet sich Personal für die Kontrolle des Self-Checkouts

Ein weiterer Punkt: Nicht jeder Markt hat Personal im Einsatz, das den Self-Checkout überprüft.

Zudem nutzen Kunden Self-Checkouts unterschiedlich oft in verschiedenen Märkten.

Fazit: Aussagekräftig sei der Vergleich eines Marktes vor und nach Einführung der SB-Kassen.

Diebstahl an Selbstbedienungskassen: Was Händler aktuell berichten

Die Studie hat 41 Handelsunternehmen befragt. Die Antworten zeigen, wie uneinheitlich die Lage ist. Fast die Hälfte der Befragten hat gar keine belastbaren Daten.

Ein Drittel sieht keine Veränderung. Nur jedes sechste Unternehmen meldet höhere Differenzen.

KategorieAnteil
Keine Erkenntnisse46,3 Prozent
Inventurdifferenz gleich hoch36,6 Prozent
Inventurdifferenz höher17,1 Prozent

Und wie sieht es im direkten Vergleich aus?

Wie stark unterscheidet sich der Diebstahl im Vergleich zu bedienten Kassen laut der Studie?

Die Ergebnisse:

  • 40 Prozent: keine Erkenntnisse
  • 17 Prozent: kein Unterschied
  • 43 Prozent: Selbstbedienungskasse zeigt höhere Verluste

Händler, die höhere Verluste sehen, melden eine Bandbreite von +10 bis +200 Prozent.

Der Mittelwert liegt bei +41 Prozent.

SB-Kasse: 80 Prozent der Fehlmengen gehen auf Fehlbedienungen zurück

Nicht jeder unbezahlte Artikel ist demnach ein Diebstahl: Laut Brancheninsidern gehen bis zu 80 Prozent der Fehlmengen auf Bedienungsfehler zurück. Typische Beispiele:

  • Artikel wird gescannt, aber nicht korrekt erfasst
  • Obst/Gemüse falsch eingegeben
  • Barcode schwer lesbar

Außerdem:

  • Kunde ist abgelenkt oder überfordert
  • Technische Fehler beim Scannen/Wiegen

Diebstahl an Supermarkt-SB-Kassen: Was bedeutet das für den Handel?

Die Studie zeigt, dass sich schwer nachweisen lässt, wie häufig an SB-Kassen im Supermarkt Diebstähle geschehen.

Self-Checkout ist demnach kein Selbstläufer.

Um Verluste zu reduzieren, empfehlen sich:

  • Videoüberwachung im Supermarkt: Kann helfen – muss aber die datenschutzrechtlichen Vorgaben einhalten
  • Moderne Technik (z. B. Waagensensoren etc.)
  • Geschultes Personal für Kontrolle und Kundensupport

Wie äußern sich Supermärkte und Discounter zum Thema Diebstahl an SB-Kassen?

Manche Supermärkte und Discounter halten sich beim Thema Diebstahl an SB-Kassen bedeckt, andere sagen, dass sie keine erhöhten Diebstähle feststellen können.

Wann liegt eigentlich Diebstahl an Selbstbedienungskassen vor?

Schon gewusst: Unter diesen Voraussetzungen liegt Diebstahl an Selbstbedienungskassen vor.

Verwendete Quellen