Expertin verrät: So entlarven Sie Mogelpackungen direkt im Supermarkt

9. Dezember 2025

Von: Moritz Serif

Eine Frau checkt eine Verpackung im Supermarkt
Eine Frau im Supermarkt (Symbolfoto/Nano Banana Pro).

Viele kennen sie – oft merkt man es erst zu Hause: Mogelpackungen. Immer wieder entlarven Verbraucherschützer Hersteller, die klammheimlich die Füllmenge schrumpfen – doch der Preis bleibt. Das Phänomen hat einen Namen: Shrinkflation.

Doch wie erkennt man solche Tricks? Verbraucherexpertin Sabine Holzäpfel von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg,erklärt supermarkt-nachrichten.de, worauf es ankommt.

Wann liegt bei einer „Mogelpackung“ Täuschung vor?

Wichtig: Nicht jede optimierte Verpackung ist eine Mogelpackung. Problematisch wird es, wenn eine große Schachtel eine größere Füllmenge vortäuscht – obwohl kaum etwas drin ist.

Wann ist eine Luftpackung illegal?

Das verbietet § 43 Mess- und Eichgesetz, stellt Holzäpfel klar. Die Lage sei oft verzwickt: „Ob eine Täuschung im juristischen Sinne vorliegt, ist nicht immer eindeutig zu beantworten“, sagt sie. Denn manchmal seien Leerräume aus technischen Gründen nötig.

Wie lassen sich Mogelpackungen erkennen?

Holzäpfel rät daher zum Check im Supermarkt: „Wenn es um überdimensionierte Verpackungen geht, kann es hilfreich sein, flexible Verpackungen vorsichtig abzutasten.“

Bei Kartons mit Sichtfenster helfe folgender Trick: Wer die Packung hin- und herwendet, hört und spürt, wie viel Spielraum der Inhalt hat. Bei Banderolen lasse sich oft die Innenverpackung herausschieben. So zeige sich die wahre Menge.

Was ist beim Prüfen im Supermarkt erlaubt?

Die Überprüfung vor Ort habe allerdings Grenzen. Wichtig ist, weder die Verpackung noch den Inhalt zu beschädigen“, so Holzäpfel. Ware und Karton müssten intakt bleiben.

Eine Kundin im Supermarkt
Eine Kundin prüft Preise im Supermarkt (Symbolfoto/Nano Banana Pro).

Wie gelingt der Preisvergleich trotzdem?

Wer sich nicht von der Packungsgröße blenden lassen will, achtet auf den Grundpreis. Die Angabe pro Kilo oder Liter macht verschiedene Produkte und vermeintliche Rabattaktionen vergleichbar. So lassen sich auch Mogelpackungen entlarven.

Welche Tricks nutzen Hersteller bei Mogelpackungen?

Bei fertig verpackter Ware, die nach Gewicht oder Volumen verkauft werde, müsse eine Füllmenge angegeben werden, erklärt Sabine Holzäpfel. Es sei hilfreich, auf diese Angabe zu achten, um den Inhalt einzuschätzen und Produkte zu vergleichen.

Dennoch habe die Verpackungsgestaltung einen Einfluss darauf, welche Menge Verbraucher beim Kauf erwarteten.

Die Expertin führt weitere Tipps auf: „Vor allem bei nicht durchsichtigen und starren Verpackungen und zusätzlichen Elementen im Innern wie eingeklebten Kammern, Podesten, Trays oder Folien können die Außenverpackungen größer wirken als der tatsächliche Inhalt.“

Was steckt hinter Shrinkflation und Skimpflation?

Ob dadurch eine verbotene Täuschung im Sinne einer Mogelpackung vorliegt, sei immer im Einzelfall zu bewerten.

„Versteckte Preiserhöhungen durch ‚Shrinkflation‘ oder ‚Skimpflation‘ (günstigere Zutaten als zuvor) sind Anlass für zahlreiche Beschwerden von Verbraucher:innen, die den gewohnten Inhalt erwarten und oft erst zu Hause beim Vergleich mit der alten Packung bemerken, dass sie weniger für ihr Geld bekommen haben“, so Holzäpfel.

Warum greifen Unternehmen zu Mogelpackungen und welche Rolle spielen die Supermärkte?

Warum tauchen Mogelpackungen im Markt auf? „Das sollten Sie am besten die Unternehmen fragen. Unternehmen wollen ihre Produkte verkaufen und möglichst hohe Umsätze und Gewinne erzielen“, antwortet uns die Expertin.

Weiter: „Um nicht durch Preiserhöhungen vom Kauf abzuschrecken oder bestimmte Preisschwellen trotz gestiegener Produktionskosten nicht zu überschreiten, verringern Hersteller lieber die Füllmenge oder die Qualität der Zutaten“, ergänzt Holzäpfel.

Supermärkte vertreiben Markenprodukte und beeinflussen die Preisgestaltung

Dabei nehme der Handel eine Doppelrolle ein. Er vertreibe Markenprodukte und habe Einfluss auf deren Preisgestaltung. Zudem böten Handelsunternehmen Eigenmarken an, bei denen sie selbst die Zusammensetzung und Gestaltung bestimmten.

Verwendete Quellen

  • Antwort von Sabine Holzäpfel, Referentin Abteilung Lebensmittel und Ernährung, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
  • Berichterstattung von supermarkt-nachrichten.de