Butter: 99 Cent. Für viele wirkt das wie ein Glücksfall kurz vor Weihnachten. Doch während sich Käufer über den Preis freuen, laufen Deutschlands Bauern Sturm.
Die Preise am Buttermarkt sind in Bewegung, doch nicht zur Freude der Landwirte. Was für Verbraucher ein Schnäppchen ist, ist für viele Milchbauern eine existenzielle Gefahr. Denn die aktuell niedrigen Verkaufspreise decken nach ihren Angaben kaum die Produktionskosten.
Butterpreise: Bayerischer Bauernverband schaltet Bundeskartellamt ein
Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat sich mit einem offiziellen Schreiben an das Bundeskartellamt gewandt. Der Vorwurf: Butter werde zu Preisen angeboten, die unterhalb der Herstellungskosten liegen. Rechtlich kann das als Verkauf unter Einstandspreis gelten – ein möglicher Verstoß gegen Wettbewerbsrecht.
BBV-Generalsekretär Carl von Butler begründet den Schritt mit konkreten Zahlen. Bei einem Ladenpreis von 0,99 Euro je 250-Gramm-Packung blieben weder Molkereien noch Landwirten kostendeckende Erlöse. Das Bundeskartellamt bestätigte den Eingang der Beschwerde.
Bauernverband wirft Supermärkten „Dumpingpreise“ für Butter vor
„Was wir hier sehen, ist ein Wettbewerb um das Image des Billigsten“, warnt BBV-Milchpräsident Peter Köninger. „Dumpingpreise, die ganze Wertschöpfungsketten gefährden, dürfen keine akzeptierte Marktstrategie sein“, sAuch der Deutsche Bauernverband unterstützt das Vorgehen. Generalsekretärin Stefanie Sabet fordert, Hinweisen auf mögliche Verstöße müsse die Behörde nachgehen.
Viele Betriebe hätten sich in Richtung Tierwohl weiterentwickelt und dafür zum Teil hohe Investitionen auf sich genommen, heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes.
Butterpreise „erschüttern das Vertrauen der Landwirte“
„Nun müssen sie erfahren, dass insbesondere die Discounter sich hier nicht als verlässlicher Partner erweisen und aktuell nur auf Billigstpreise setzen. Dies erschüttert nicht nur das Vertrauen der Landwirte in diese Akteure des Lebensmitteleinzelhandels, sondern gefährdet auch die Zukunftsperspektive einer regionalen sowie auf Tierwohl und Nachhaltigkeit ausgerichteten Lebensmittelerzeugung“, kritisiert der BBV.
„Der Lebensmittelhandel ist kein verlässlicher Partner mehr„, sagt der BBV gegenüber supermarkt-nachrichten.de
Wie geht es im Butterstreit weiter?
Das Kartellamt ermittelt nun, ob tatsächlich ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorliegt. Offen ist, wann die Entscheidung gefällt wird.
Die Situation zeigt ein grundsätzliches Problem: Was für den Kunden ein kurzfristiger Preisvorteil ist, verschärft langfristig den Druck auf bäuerliche Betriebe. Eine anhaltende Preisspirale nach unten könnte regionale Strukturen schwächen und nachhaltige Produktion gefährden.
Wie haben sich die Preise in den vergangenen Jahren entwickelt?
Butter gehörte in den vergangenen Jahren zu den Produkten mit den stärksten Preisschwankungen. Im Sommer 2023 lagen die Preise für Eigenmarken noch bei rund 1,39 Euro pro Packung.
Bis Oktober 2024 stieg der Preis dann auf einen Rekordwert von 2,39 Euro. Seit Februar 2025 sinken die Preise spürbar, nun liegt Butter wieder unter einem Euro.
Verwendete Quellen
- Bayerische Bauernverband – Butterpreis: Ist Geiz wieder in, Nachhaltigkeit und Tierwohl out?
