Tegut wird verkauft, Feneberg führt ein Schutzschirmverfahren. Aldi, Lidl, Penny und Netto meldeten bis Mitte April 2026 weder Rückzug noch Schutzschirm noch Filialabwicklung.
Der Lebensmittelhandel legte 2025 real nur um 1,1 Prozent zu. Im Februar 2026 sank der Umsatz dann real um 1,4 Prozent zum Vormonat. Welche Namen stehen jetzt oben auf der Liste?
Welche Namen stehen im April 2026 oben auf der Liste?
Migros zieht sich mit Tegut aus Deutschland zurück
Migros kündigte am 11. März 2026 den Rückzug aus Deutschland an. Die Genossenschaft schrieb, Tegut sei langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig.
Das ist mehr als eine Filialkorrektur. Migros gibt das Deutschlandgeschäft auf.
Tegut verlor 2025 weiter Umsatz
Im Jahresabschluss 2025 der Migros Zürich sank der Tegut-Umsatz in Lokalwährung um 3,1 Prozent. Der Verlust lag bei 26 Millionen Franken.
Migros verhandelt seit März 2026 über den Verkauf von Märkten und Geschäftsteilen. Edeka soll einen Teil des Netzes übernehmen.
Feneberg arbeitet seit Januar 2026 unter dem Schutzschirm
Feneberg führt seit Januar 2026 ein Schutzschirmverfahren. Das Unternehmen nennt diesen Schritt auf seiner eigenen Informationsseite.
Die Kette arbeitet damit nicht mehr im gewöhnlichen Geschäftsbetrieb. Sie arbeitet unter Insolvenzrecht.
Feneberg nennt einen festen Stichtag aus dem Verfahren
Feneberg schrieb auf seiner Informationsseite, dass Forderungen aus Erlebnisgutscheinen vor dem 8. Januar 2026 in die Insolvenztabelle fallen. Die Kette nennt damit einen festen Stichtag aus dem Verfahren.
Eine flächendeckende Schließung des Filialnetzes meldete Feneberg bis zum 16. April 2026 nicht. Das Verfahren reicht für die Einordnung trotzdem aus.
Welche Rolle spielt Mein Real für den Blick auf 2026?
Mein Real verschwand 2024 vom Markt
Mein Real steht nicht mehr unter Druck. Die Kette ist weg.
Die real GmbH kündigte im November 2023 die Schließung der verbliebenen 45 Märkte an. Im März 2024 schloss sie die letzten 49 Filialen.
Mein Real zeigt, wie ein Rückzug endet
Der Fall zeigt, was im Handel oft passiert, wenn Käufer nur einzelne Flächen übernehmen. Ein Teil der Standorte geht an andere Händler, die Kette selbst verschwindet.
Welche Ketten gehören nur in die Beobachtung?
Bio Company meldete 2025 weniger Umsatz
Bio Company setzte 2025 noch 199 Millionen Euro um. Im Jahr 2024 lag der Wert bei 201 Millionen Euro.
Die Berliner Kette betreibt 58 Filialen und beschäftigt rund 1.500 Mitarbeitende. Ein Insolvenzverfahren meldete das Unternehmen bis zum 16. April 2026 nicht.
Im Bio-Fachhandel kamen 2025 weniger Kunden
bioVista zählte im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt 307 Kunden pro Tag und Laden. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 309.
Das BioHandel-Umsatzbarometer meldete für das vierte Quartal 2025 nur plus 2 Prozent. Im Fachhandel kamen also weniger Kunden, während der Umsatz nur langsam stieg.
Der Bio-Markt wuchs, aber nicht jeder Anbieter wuchs mit
Der deutsche Bio-Markt erreichte 2025 18,23 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 6,7 Prozent.
Das Marktwachstum verteilt sich aber nicht gleich. Wer weniger Kunden je Laden zählt, spürt von diesem Plus nur einen Teil.
Alnatura und Dennree meldeten höhere Umsätze
Alnatura steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2024/25 auf 1,274 Milliarden Euro. Dennree meldete für 2025 1,6 Milliarden Euro Umsatz und ein Plus von 8 Prozent.
Diese Zahlen liegen weit über dem Niveau von Bio Company. Das Segment trennt sich 2026 also stärker nach Größe und Umsatz.
Warum tauchen die großen Discounter nicht in dieser Liste auf?
Kein großer Discounter meldete Rückzug oder Schutzschirm
Aldi, Lidl, Penny und Netto Marken-Discount meldeten bis zum 16. April 2026 keinen Rückzug aus Deutschland. Keine der Ketten nannte ein Schutzschirmverfahren oder eine Filialabwicklung.
Für die großen Discounter fehlt damit der Auslöser, der bei Tegut und Feneberg schon vorliegt. Die aktuelle Liste endet vor dem Discount.
Die jüngste Vollerhebung nennt 15.976 Discounter-Filialen
Das EHI veröffentlichte im September 2025 die jüngste Vollerhebung für den deutschen Lebensmittelhandel. Die Erhebung nennt 15.976 Discounter-Filialen und 97,7 Milliarden Euro Umsatz für das Geschäftsjahr 2024.
Für Supermärkte nennt dieselbe Erhebung 10.700 Filialen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl um 225 Standorte.
Welche Zahlen setzen den Markt 2026 unter Druck?
Destatis zählte 24.064 Unternehmensinsolvenzen
Destatis zählte für 2025 insgesamt 24.064 Unternehmensinsolvenzen. Gegenüber 2024 stieg die Zahl um 10,3 Prozent.
Die Zahl erfasst nicht nur den Handel. Für Händler mit schmalen Margen verschlechtert sie das Umfeld trotzdem.
Der Lebensmittelhandel verlor im Februar 2026 Tempo
Destatis meldete für den Einzelhandel mit Lebensmitteln 2025 real plus 1,1 Prozent. Nominal lag das Plus bei 3,4 Prozent.
Im Februar 2026 sank der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel gegenüber Januar real um 1,4 Prozent. Diese Zahl veröffentlichte Destatis am 31. März 2026.
Schokolade, Obst und Fleisch wurden teurer
Destatis meldete für Nahrungsmittel im März 2026 ein Plus von 0,9 Prozent zum Vorjahresmonat. Schokolade verteuerte sich um 9,6 Prozent, Obst um 4,7 Prozent, Fleisch und Fleischwaren um 3,6 Prozent.
Diese Zahlen erklären nicht jeden Sanierungsfall. Sie zeigen aber, in welchem Markt Händler 2026 kalkulieren.
Warum trifft es zuerst die Ketten zwischen Discount und Großverbund?
Die großen Gruppen verteilen Einkauf und Logistik auf mehr Fläche
Aldi, Lidl, Edeka und Rewe kaufen größer ein. Sie verteilen Logistik, Technik und Investitionen auf viel mehr Märkte.
Kleinere Ketten tragen diese Kosten mit weniger Fläche. Das drückt früher auf die Rechnung.
Tegut zeigt die Grenze für mittelgroße Vollsortimenter
Migros zieht sich aus Deutschland zurück, obwohl Tegut als Marke bekannt ist und ein großes Netz betreibt. Das zeigt, wie eng der Spielraum für mittelgroße Vollsortimenter geworden ist.
Feneberg zeigt den nächsten Schritt
Feneberg führt seit Januar 2026 ein Schutzschirmverfahren. Der Fall zeigt, wie schnell ein Regionalist unter Insolvenzrecht arbeitet, wenn Umsatz und Kosten nicht mehr zusammenpassen.
Der nächste Blick fällt auf Bio-Filialisten und Regionalisten
Bio Company meldete 2025 weniger Umsatz. Im Bio-Fachhandel sank die Kundenzahl je Laden, und das Umsatzplus blieb klein.
Verwendete Quellen
- Destatis: Unternehmensinsolvenzen 2025, Pressemitteilung vom 13. März 2026 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_085_52411.html
- Destatis: Einzelhandelsumsatz im Jahr 2025, Pressemitteilung vom 2. Februar 2026
- Destatis: Einzelhandelsumsatz Februar 2026, Pressemitteilung vom 31. März 2026
- Destatis: Inflationsrate März 2026, Pressemitteilung vom 10. April 2026
- Migros Zürich: Mitteilung zum Rückzug aus Deutschland und zum Verkauf von Tegut, 11. März 2026
- Migros Zürich: Jahresabschluss 2025 der Migros Zürich und GMZ-Gruppe, 24. März 2026
- Feneberg: Informationsseite zum Schutzschirmverfahren
- BioHandel: Meldung zu Bio Company und zum Geschäftsjahr 2025, 18. März 2026
- BioHandel: Marktanalyse zur Kundenzahl im Bio-Fachhandel, 5. Februar 2026
- BioHandel: Umsatzbarometer für den Bio-Fachhandel, 22. Januar 2026
- BioHandel: Branchenzahlen zum Bio-Markt 2025, 11. Februar 2026
- BioHandel: Meldung zu Alnatura-Umsatz 2024/25, 4. Dezember 2025
- BioHandel: Meldung zu Dennree-Umsatz 2025, 11. Februar 2026
- EHI Retail Institute: Strukturdaten zum deutschen Lebensmittelhandel, veröffentlicht im September 2025
