Wer „regional“ liest, bekommt nicht automatisch Ware aus der näheren Umgebung im Supermarkt. Je nach Kennzeichnung kann der Begriff nur eine weit gefasste Region oder den Herstellungsort meinen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Begriff „regional“ ist gesetzlich nicht eindeutig definiert.
- Transportentfernungen von einem zu mehreren Landkreisen oder sogar mehreren Bundesländern gelten als regional.
- Nur wenige Kennzeichnungen wie „g.U.“ gewährleisten regionale Produktionen
Was bedeutet „regional“ bei Lebensmitteln im Supermarkt konkret?
Im Supermarkt beschreibt „regional“ keine gesetzlich festgelegte Herkunft, sondern eine vom Händler selbst definierte Nähe zwischen Erzeugung und Verkaufsort.
Wie weit darf ein Lebensmittel regional sein?
Es existiert keine verbindliche Kilometergrenze für regionale Lebensmittel. Einige Handelsketten definieren ihre Regionen über Entfernungen in Kilometern, andere über administrative Gebiete wie Landkreise oder Bundesländer.
Warum ist es schwer, regional einzukaufen?
Viele Produkte, vorwiegend Obst und Gemüse, sind importiert aus dem Ausland, vor allem, wenn sie keine Saison haben.
Zudem erschweren unterschiedliche Kennzeichnungen von regionalen Lebensmitteln den Durchblick für Verbraucher.
Sind regionale Lebensmittel besser?
Regionale Lebensmittel sind nur dann besser, wenn die Qualität der Produkte besser ist als bei konventionellen Lebensmitteln. Ist das der Fall, können sie sich positiv auf die Ernährung auswirken.
- Die bloße Nähe des Produktionsorts liefert keine Informationen zu Anbauweise, Tierhaltung oder Umweltstandards.
- Transparente Angaben zu Erzeugern, Rohstoffen und Verarbeitung ermöglichen erst eine belastbare Einordnung.
- Preisaufschläge lassen sich nur rechtfertigen, wenn messbare Qualitäts- oder Nachhaltigkeitskriterien erfüllt sind.
Wie kann man regionale Lebensmittel im Supermarkt erkennen?
Verbraucher können regionale Lebensmittel am Eiercode erkennen. Die Nummer DE-XY zeigt das Bundesland. Beispiel: x-DE-05 xxxx.
- EU-Kennzeichen: „geschützte Ursprungsbezeichnung“ (g.U.), eindeutige Auskunft über die Herkunft
- Erzeugerangabe oder klare Region bei unverarbeiteten Lebensmitteln wie Kartoffeln
Woran kann man regionale Lebensmittel im Supermarkt nicht erkennen?
- Regionalfenster
- Regionalinitiativen (z.B. Eifel, Spreewald, echt Schwarzwald)
- Regionale Qualitätszeichen der einzelnen Bundesländer (z. B. Geprüfte Qualität Bayern)
- Regionalmarken von Herstellern
- Werbeclaims wie „aus der Region“
- Markennamen mit regionalem Bezug (z.b. Gut Ponholz)
- EU-weite Kennzeichnung (g.g.A.): Nur eine Stufe der Produktion muss im genannten Gebiet stattfinden
- Identitätskennzeichen (D NI xxx)
- Adressen auf Verpackungen
- Ursprungsland/Herkunftsland Deutschland
Wie kann man regionale Lebensmittel einkaufen?
Vor allem Dorf- und Hofläden oder Bauernmärkte eignen sich, um regionale Lebensmittel einzukaufen.
- Solidarische Landwirtschaft
- Genossenschaftsläden
- Händler über das Internet
- Bioläden
- Teilweise Supermärkte und Discounter
Verwendete Quellen
- Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
- Verbraucherzentralen der Länder
- Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV, VO (EU) Nr. 1169/2011)
- Europäische Kommission – Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln
- EU-Qualitätssysteme für Agrarerzeugnisse (g.U., g.g.A.)
- Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
- Regionalfenster e. V.
- Handelsverband Deutschland (HDE)
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
Zur weiteren Lektüre: Bio und saisonal
- Sind Bio-Lebensmittel im Supermarkt besser als konventionelle?
- Welche Vorteile hat saisonales Einkaufen im Supermarkt?
- Diese Lebensmittel sollten Sie im Winter nicht kaufen.
- Was ist der Unterschied zwischen regional und saisonal einkaufen?
Transparenzhinweis
Dieser Artikel dient der Verbraucherinformation und ordnet gängige Praxis im Lebensmitteleinzelhandel ein. Er stellt keine Ernährungsberatung dar.
