Viele Verbraucher greifen im Winter zu denselben Produkten wie im Sommer – und merken erst an der Kasse oder zu Hause, dass Geschmack und Qualität stark schwanken. Das betrifft Lebensmittel, deren Produktion oder Transport in der kalten Jahreszeit aufwendig ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Sommerfrüchte wie Pfirsiche, Melonen und Erdbeeren schmecken im Winter wässrig und sind teuer.
- Tomaten, Gurken oder Paprika aus beheizten Gewächshäusern verbrauchen viel Energie.
- Regionale Wintergemüse wie Rotkohl, Lauch und Wurzelgemüse sind nachhaltiger und aromatischer.
Welche Gemüsesorten aus beheizten Gewächshäusern lohnen sich im Winter kaum?
Beheizte Gewächshäuser verbrauchen im Winter deutlich mehr Energie als der Freilandanbau – und Händler verlangen dafür je nach Angebot oft spürbar höhere Preise. Geschmacklich können sie kaum überzeugen.
- Tomaten aus Holland oder Spanien stammen oft aus energieintensiver Produktion.
- Paprika wächst im Winter nur mit hohem Heizaufwand und geringem Aroma.
- Im Winter bauen Produzenten Salatgurken meist im Gewächshaus oder im Ausland an – dadurch schwanken Qualität und Geschmack je nach Herkunft und Anbaubedingungen deutlich.
Welche Sommer-Obstsorten verlieren im Winter an Geschmack und Qualität?
Pfirsiche, Nektarinen und Wassermelonen verlieren im Winter ihren typischen Geschmack, weil sie unreif geerntet und lange transportiert werden. Auch Steinobst kommt selten direkt vom Feld, sondern aus Kühlhäusern.
- Im Winter importieren Händler Pfirsiche und Nektarinen teilweise aus Übersee (z. B. Chile oder Südafrika) und ernten sie häufig unreif, damit sie den langen Transport überstehen.
- Melonen enthalten durch frühe Ernte weniger Zucker und schmecken wässrig.
- Erdbeeren sind in der kalten Jahreszeit häufig Importware aus Südeuropa mit hohem Wasseranteil.
Welche Beeren sind im Winter meist Importware mit langer Transportzeit?
Himbeeren, Blaubeeren und Erdbeeren reisen im Winter häufig tausende Kilometer und verlieren Frische sowie Aromastoffe. Der Transport schlägt stark auf die Ökobilanz.
- Im Winter beziehen Händler Erdbeeren häufig aus Spanien oder Marokko; in bestimmten Anbaugebieten verschärft intensive Bewässerung bestehende Wasserknappheit.
- Blaubeeren kommen oft aus Chile oder Peru und benötigen wochenlange Transporte.
- Im Winter stammen Himbeeren häufig aus weit entfernten Anbaugebieten; intensive Anbausysteme können Umweltprobleme verursachen, je nach Region und Bewirtschaftung.
Welche frischen Kräuter und empfindlichen Salate sollten Sie im Winter meiden?
Basilikum, Dill oder Rucola sind im Winter anfällig für Qualitätsverluste, da sie Wärme und Sonne benötigen. Auch zarte Blattsalate wie Kopfsalat oder Feldsalat leiden bei Import und Lagerung.
- Basilikum reagiert empfindlich auf Kälte; längere Transportwege und niedrige Temperaturen können Qualität und Aroma beeinträchtigen.-
- Im Winter stammt Dill häufig aus geschütztem Anbau oder Import – seine Qualität schwankt je nach Herkunft, ist aber nicht grundsätzlich bitter.
- Kopfsalat und Rucola welken nach wenigen Tagen, da sie wenig Haltbarkeit besitzen.
Welche typischen Saisonprodukte wie Spargel oder Erdbeeren haben im Winter keine gute Ökobilanz?
Spargel und Erdbeeren außerhalb der Saison verursachen wegen beheizter Felder oder Flugimporten hohe CO₂-Emissionen. Ihr Kauf rechnet sich weder ökonomisch noch ökologisch.
- Stark beheizter Spargel kann je nach Anbaumethode rund 5 kg CO₂-Äquivalente pro Kilo verursachen – unbeheizter heimischer Spargel liegt deutlich darunter.
- Im Winter liefern Händler Erdbeeren meist per Lkw aus Spanien oder Marokko; vereinzelt kommt auch Flugware auf den Markt.
- Regionale Frühware ist im Vergleich zu saisonaler Sommerware häufig deutlich teurer – die Preise schwanken jedoch stark je nach Angebot und Region.
Welche regionalen Alternativen sind im Winter die bessere Wahl?
Kartoffeln, Kohl, Lauch und Wurzelgemüse sind im Winter aus regionalem Anbau erhältlich und bieten Vitamine bei stabilen Preisen. Sie lassen sich vielseitig in Eintöpfen, Aufläufen oder Ofengerichten verwenden.
- Rotkohl, Weißkohl und Wirsing liefern Ballaststoffe und Vitamine aus heimischem Anbau.
- Lauch, Sellerie und Pastinaken überzeugen mit langer Lagerfähigkeit und regionaler Herkunft.
- Äpfel aus kontrollierter Lagerung ersetzen Importfrüchte wie Orangen oder Mangos.
Verwendete Quellen
- verbraucherzentrale.bayern
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE)
- Umweltbundesamt
