Im Kühlregal ist Tofu gerade nicht überall verlässlich zu finden.
REWE bestätigt auf Anfrage von supermarkt-nachrichten.de, dass die Verfügbarkeit weiter eingeschränkt ist. ProVeg sieht keinen einzelnen Auslöser, sondern eine Mischung aus hoher Nachfrage, knappen Produktionskapazitäten und einem konzentrierten Herstellermarkt.
REWE: Tofu-Verfügbarkeit bleibt eingeschränkt
REWE schreibt: „die Warenverfügbarkeit von Tofu ist weiterhin eingeschränkt. Ein Grund ist die rasant gestiegene und nach wie vor sehr hohe Nachfrage: Der Bedarf hat sich in den vergangenen drei bis vier Jahren insgesamt verdoppelt, allein im letzten Jahr lag unser Tofu-Absatz rund 30 Prozent über Vorjahr.“
Damit bestätigt REWE die Richtung, die bereits aus der dpa-Meldung vom 3. Juni 2026 bekannt war. Neu ist die aktuelle Einordnung: Die Lage hat sich aus Sicht des Händlers noch nicht erledigt.
Eigenmarken und Markenartikel von Tofu-Knappheit betroffen
Auf die Frage, ob vor allem Eigenmarken oder Markenprodukte fehlen, antwortet REWE knapp: „Das betrifft sowohl Eigenmarken- als auch Markenartikel.“
Welche einzelnen Tofu-Produkte bundesweit oder regional besonders knapp sind, nennt REWE in der Antwort nicht. Auch eine Reihenfolge, welche Artikel zuerst wieder verlässlich im Regal liegen sollen, nennt der Händler nicht.
Warum Tofu knapp bleibt
REWE verweist neben der Nachfrage auf Hersteller. In der Antwort heißt es: „Ein weiterer Grund sind nach wie vor Kapazitätsengpässe bei einzelnen Herstellern, die die Produktion limitieren, anstatt skalierbar mit der Nachfrage zu wachsen.“
Das passt zu öffentlichen Angaben von Taifun. Der Hersteller schreibt auf seiner Website, vorübergehende Produktionsprobleme hätten die verfügbare Naturtofu-Menge deutlich reduziert. Einige Produkte pausieren demnach bis auf Weiteres; eine schrittweise Rückkehr erwartet Taifun nach aktuellem Stand erst Anfang 2027.
REWE sucht zusätzliche Bezugsquellen
REWE will die Lücken nicht nur aussitzen. Das Unternehmen teilt mit: „Wir arbeiten mit unseren Lieferanten kontinuierlich daran, die Versorgung zu stabilisieren und erschließen parallel zusätzliche Bezugsquellen.“
Außerdem hat REWE nach eigenen Angaben das Sortiment punktuell erweitert. Wörtlich heißt es: „Zudem haben wir unser Sortiment punktuell erweitert, unter anderem durch die Listung zusätzlicher fermentierter Tofu-Produkte (Tempeh).“
Eine schnelle Normalisierung kündigt REWE nicht an. Der Satz aus der Antwort: „Eine vollständige Normalisierung dürfte sich ggf. Ende 2026 einstellen.“
ProVeg sieht mehrere Engpass-Gründe
ProVeg verweist in der Antwort auf mehrere Faktoren: hohe Nachfrage, begrenzte Produktionskapazitäten, einen technischen Ausfall Ende 2025, fehlendes Fachpersonal und einen konzentrierten Markt mit wenigen großen Herstellern.
Bei der Frage nach günstigen Eigenmarken bleibt ProVeg vorsichtig: „Hierzu haben wir leider keine Kenntnis und könnten nur mutmaßen.“
Keine Preis-Aktion als Lösung
Zu möglichen Aktionen oder Preisschritten schreibt ProVeg: „Nein, Tofu von Eigenmarken ist in der Regel keine Aktionsware. Herstellerfirmen mit Kapazitätsengpässen hätten von Sonderaktionen nichts zu gewinnen, da sie die Menge nicht bedienen könnten.“
Was Händler und Hersteller aus Sicht von ProVeg tun sollten, fällt deutlich knapper aus: „Sie sollten unbedingt ihre Produktionskapazitäten ausbauen.“
Welche Alternativen im Regal bleiben
Wenn der gewohnte Eigenmarken-Tofu fehlt, nennt ProVeg mehrere Ausweichmöglichkeiten. In der Antwort heißt es: „Sie könnten als Alternative zu den Eigenmarken zu Markenprodukten greifen oder ähnliche Produkte, wie beispielsweise Tempeh oder Tofu auf Bohnen- oder Kichererbsenbasis probieren.“
Das deckt sich mit dem REWE-Hinweis auf zusätzliche Tempeh-Produkte. Für Kunden ist aber klar: Tempeh ersetzt nicht jedes Tofu-Produkt eins zu eins. Geschmack, Konsistenz und Preis können anders sein.
Was Käufer am Regal prüfen können
Der schnelle Blick auf das Preisschild reicht bei dieser Knappheit nicht.
Käufer können prüfen, ob nur die Eigenmarke fehlt oder auch Markenprodukte, ob Tempeh als Ersatz passt und ob andere Tofu-Arten verfügbar sind. Bei Naturtofu als Basisprodukt kann ein leerer Platz im Regal auch bedeuten, dass daraus hergestellte Varianten später fehlen.
Fest steht: REWE sieht die Verfügbarkeit weiter eingeschränkt. ProVeg verweist auf Produktionskapazitäten. Taifun erwartet bei pausierten Produkten keine schnelle Rückkehr. Der Tofu-Engpass ist damit kein reiner Januar-Effekt mehr.
Verwendete Quellen
- Presseantwort von REWE an supermarkt-nachrichten.de vom 1. Juli 2026
- Presseantwort von ProVeg an supermarkt-nachrichten.de vom 1. Juli 2026
- dpa-Meldung: Regallücken bei Tofu – Nachfrage übersteigt Produktion, veröffentlicht bei WELT am 3. Juni 2026
- Taifun-Tofu: Why Taifun Tofu might be hard to get right now
