Foodwatch fordert einen Rückruf von Nestlé-Wasser in Deutschland.
Der Grund: In Frankreich sollen große Mineralwasserhersteller, darunter Nestlé, verunreinigtes Quellwasser gefiltert und anschließend als „natürliches Mineralwasser“ vermarktet haben.
Laut den Verbraucherschützern könnten auch Produkte nach Deutschland gelangt sein. Daher solle das Wasser vom Markt genommen werden.
Rückruf gefordert: Wie hat Nestlé laut Foodwatch mit Mineralwasser getäuscht?
Nach Ermittlungen französischer Medien hat Nestlé Wasser aus belasteten Quellen gereinigt und als „natürliches Mineralwasser“ verkauft. Dieses Siegel setzt jedoch voraus, dass das Wasser von Natur aus rein und unbehandelt ist.
Obwohl Behörden in Frankreich informiert waren, unterbanden sie den illegalen Verkauf über Jahre nicht. Erst durch journalistische Recherchen kam der Vorgang öffentlich ans Licht.
Warum ist das Geschäft mit Flaschenwasser für Nestlé so lukrativ?
Quellwasser ist knapp, besonders in Regionen mit hoher landwirtschaftlicher Belastung. Für Konzerne wie Nestlé ist das Geschäft dennoch attraktiv: Marken wie „Perrier“ erzielen pro Liter mehrere Euro im Handel.
Leitungswasser dagegen kostet nur Bruchteile eines Cents. Der enorme Preisunterschied zeigt, wie wertvoll das Label „natürliches Mineralwasser“ für die Industrie ist.
Besteht beim Nestlé-Wasser ein Risiko für die Gesundheit?
Berichte der französischen Lebensmittelaufsicht dokumentieren Rückstände von Pestiziden und Bakterien in vielen Quellen. Ein Teil des kontaminierten Wassers wurde offenbar auch abgefüllt.
Weil die mikrobielle Belastung nicht ausgeschlossen werden konnte, ordneten die Behörden an, mehrere Millionen Flaschen des Markenwassers „Perrier“ zu vernichten. Nestlé betont, keine Gesundheitsgefahr habe bestanden, äußert sich zu Details aber nicht.
Nestlé: Wie reagierten die Behörden?
Die französischen Stellen agierten laut Foodwatch zu spät. Über Jahre hätten sie offensichtlich von den Manipulationen gewusst. Erst nach der Veröffentlichung durch Radio France und Le Monde folgten eingehendere Prüfungen.
In Deutschland gibt es bislang keine offizielle Warnung aus Frankreich. Behörden hierzulande sehen sich nicht zuständig oder verweisen auf europäische Regelungen. Für Verbraucher bleibt der Fall damit weitgehend undurchsichtig.
Was fordert Foodwatch für den Rückruf?
Die Verbraucherorganisation verlangt, dass Nestlé sämtliche Produkte, die aus verunreinigten Quellen stammen, zurückruft. Zudem soll der Konzern offenlegen, welche Mengen in Deutschland in Umlauf kamen.
Gleichzeitig appelliert Foodwatch an die Politik, die Kontrolle importierter Getränke zu verschärfen und Informationspflichten im europäischen Binnenmarkt zu verbessern.
Wie reagiert Nestlé auf die Vorwürfe?
Nestlé sagt, dass in Deutschland kein natürliches Mineralwasser aus französischer Produktion verkauft worden sei. Man habe nur die Marken San Pellegrino und Acqua Panna, die nicht betroffen seien, verkauft. Das Mineralwasser in Frankreich sei ebenfalls unbedenklich.
Wo finde ich aktuelle Rückruf-Listen?
Lebensmittel-Rückruf-Listen finden Sie auf folgenden Portalen:
- lebensmittelwarnung.de
- supermarkt-nachrichten.de
- produktwarnung.eu
