Rückrufe von Lebensmitteln sind Alltag im deutschen Handel. Doch einige Warengruppen stechen heraus.
Welche Lebensmittel besonders betroffen sind.
Welche Lebensmittelkategorien sind besonders häufig von Rückrufen betroffen?
Basis der nachfolgenden Auflistung ist eine Erhebung von Lebenskraftpur. Folgende Lebensmittelkategorien werden häufig zurückgerufen.
| Rang | Kategorie | Häufigkeit |
|---|---|---|
| 1 | Sonstige Lebensmittel | 15,51 Prozent |
| 2 | Obst und Gemüse | 14,37 Prozent |
| 3 | Eis und Süßwaren | 11,07 Prozent |
| 4 | Kräuter und Gewürze | 10,71 Prozent |
| 5 | Fertiggerichte und Teigwaren | 9,72 Prozent |
| 6 | Getreide und Backwaren | 7,50 Prozent |
| 7 | Nüsse und Knabberware | 6,96 Prozent |
| 8 | Nahrungsergänzung | 4,77 Prozent |
| 9 | Baby und Kinder-Produkte | 4,50 Prozent |
| 10 | Fisch und Meeresfrüchte | 3,66 Prozent |
| 11 | Fleisch und Wurstwaren | 3,15 Prozent |
| 12 | Kaffee und Tee | 2,91 Prozent |
| 13 | Getränke | 2,82 Prozent |
| 14 | Milchwaren | 1,38 Prozent |
| 15 | Baby- und Kinderprodukte | 0,96 Prozent |
Sind Bioprodukte weniger von Rückrufen betroffen?
Bio-Betriebe werden mindestens jährlich kontrolliert und weisen seltener Pestizidrückstände auf. Das geschieht durch häufigere Laboranalysen und engmaschige Dokumentation.
Allerdings können auch hier Verunreinigungen oder Allergenfehler vorkommen.
Bio-Rückrufe betreffen meist Fremdkörper oder mikrobiologische Risiken – ähnlich wie bei konventioneller Ware. Entscheidend ist die Kontrolle, nicht das Siegel.
Was sind die häufigsten Ursachen für Lebensmittelrückrufe?
Die Gründe für Rückrufe reichen von bakteriellen Verunreinigungen über Fremdkörper bis zu chemischen Rückständen.
Viele dieser Probleme werden durch Kontrollen erkannt, bevor größere Schäden entstehen.
Mikrobiologische Verunreinigungen und Allergene
Salmonellen, Listerien und EHEC-Bakterien zählen zu den klassischen Erregern, die Lebensmittelsicherheit gefährden.
Besonders in Produkten mit tierischem Ursprung können sie sich bei fehlerhafter Kühlung vermehren.
Ein weiterer Rückrufgrund ist die fehlerhafte Kennzeichnung von Allergenen. Fehlt etwa eine Kennzeichnung mit Erdnuss-Inhaltsstoffen, drohen Allergikern schwere Reaktionen.

Fremdkörper und chemische Rückstände
Metallspäne, Glasstücke oder Kunststoffteile stammen oft aus der Produktion. Sie können durch beschädigte Maschinen oder Verpackungen in die Ware geraten. Fremdkörper zählen zu den häufigsten Ursachen für sofortige Rückrufe.
Auch chemische Kontaminationen spielen eine Rolle. Dabei geht es um zu hohe Pestizidrückstände, Weichmacher in Verpackungen oder Mykotoxine, die durch Schimmelpilze entstehen.
Wie erkennen Sie einen Rückruf und wo erhalten Sie verlässliche Informationen?
Offizielle Lebensmittelwarnungen erscheinen unter anderem auf folgenden Portalen:
Auf lebensmittelwarnung.de finden Sie nach Bundesland sortiert aktuelle Rückrufe samt Produktbildern, Chargennummern und Mindesthaltbarkeitsdaten.
Auch Supermärkte, Discounter und Drogerien weisen in ihren Filialen und auf den Webseiten auf Rückrufe hin.
Was tun im Falle eines Rückrufs?
Wenn Sie ein zurückgerufenes Lebensmittel gekauft haben, sollten Sie es keinesfalls verzehren. Bringen Sie es stattdessen in den Markt zurück. Der Händler ist verpflichtet, die Ware anzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten.
Das zuückgerufene Produkt bringen Sie mit oder ohne Kassenbon zurück. Wichtig: Falls Sie keinen Kassenbon haben, unbedingt ein Foto von der Ware mit Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Verbrauchsdatum und Lotnummer machen.
Wie entwickeln sich die Rückrufzahlen?
Rückrufe nehmen zu. Das liegt aber daran, dass Grenzwerte niedriger sind und sich die Labortechnik weiterentwickelt hat.
Verwendete Quellen
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
- lebensmittelwarnung.de
- Europäisches Schnellwarnsystem RASFF
- Deutscher Lebensmittelverband
- Eigene Recherche
