Hitze-Hammer: Extremwetter treibt Eisverkäufe um 90 Prozent in die Höhe

30. Juli 2026

Von: Moritz Serif

Eine Kugel Eis in der Waffel.
Die Stiftung Warentest hat das beste Eis im Supermarkt getestet (Symbolfoto/Midjourney).

Ende Juni erreichten die Temperaturen in Deutschland Spitzen um 40 Grad. In den erfassten Supermärkten lag der Speiseeisabsatz so hoch wie in keiner anderen Woche seit Beginn der Auswertung im Jahr 2023.

Der prozentuale Zuwachs beim Eisabsatz übertraf den Zuwachs bei stillem Wasser um 13 Prozentpunkte.

Eis-Rekord in der Hitzewoche

Das Statistische Bundesamt hat die Kassenbons der Woche vom 22. bis 28. Juni 2026 ausgewertet. In diesen Tagen erreichten die Temperaturen laut Behörde Spitzen um 40 Grad.

Speiseeis legte gegenüber einer durchschnittlichen Sommerwoche der Jahre 2023 bis 2025 um 90 Prozent zu.

Setzt man den durchschnittlichen Eisabsatz im Vergleichszeitraum als Index bei 100 an, erreichte der Eisabsatz in der Hitzewoche einen Wert von 190. Zur Verdopplung fehlten nur zehn Indexpunkte.

Eisabsatz steigt stärker als Wasserabsatz

Der Absatz von stillem Wasser stieg um 77 Prozent, der Absatz von Wasser mit Kohlensäure um 63 Prozent.

Doch der Eisabsatz stieg noch stärker. Zwischen Speiseeis und stillem Wasser lagen 13 Prozentpunkte, zwischen Eis und Sprudel sogar 27.

Unter den hier verglichenen Warengruppen verzeichnete Eis den stärksten prozentualen Zuwachs. Das bedeutet allerdings nicht, dass mehr Eispackungen als Wasserflaschen über die Kassen liefen.

Die Statistik veröffentlicht keine absoluten Mengen, sondern nur die Veränderung innerhalb jeder Warengruppe.

Warum Eis bei Hitze so verlockend ist

Ein Löffel Eis liefert sofort das, wonach sich viele Menschen an einem heißen Tag sehnen: Kälte im Mund. Genau dieser Reiz kann das Durstgefühl besonders schnell dämpfen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung verweist darauf, dass kalte, feste und aromatisierte Lebensmittel wie Speiseeis sogar als besonders starke Durstlöscher empfunden werden können. Entscheidend ist dabei vor allem die Kühlung im Mund – nicht, dass Eis den Körper besser mit Flüssigkeit versorgt.

Warum einzelne Kunden zur Eispackung griffen, lässt sich daraus nicht ablesen. Der beschriebene Effekt erklärt jedoch, warum sich Eis in der Hitze so angenehm anfühlt: Wasser versorgt den Körper mit Flüssigkeit, Eis liefert das unmittelbare Kältegefühl.

Eisabsatz steigt fast dreimal so stark wie Cola-Absatz

Cola wurde in der Hitzewoche ebenfalls deutlich häufiger gekauft. Der Absatz stieg um 32 Prozent, erreichte aber keinen neuen Wochenrekord.

Damit lag der Zuwachs bei Speiseeis 58 Prozentpunkte höher.

Die Scanner registrierten damit deutlich höhere Verkäufe bei Getränken und einen noch stärkeren prozentualen Anstieg bei Eis. Welche Motive den einzelnen Kauf ausgelöst haben, können Kassendaten nicht messen.

Eis dämpft das Durstgefühl – Wasser versorgt den Körper

So verlockend die Eistruhe auch ist: Speiseeis ersetzt bei großer Hitze kein regelmäßiges Trinken. Die DGE empfiehlt tagsüber etwa alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser mit rund 0,2 Litern – auch dann, wenn sich noch kein Durst meldet.

Am besten eignen sich Wasser und ungesüßter Tee. Wer im Supermarkt nach einem passenden Getränk sucht, findet in unserem Ratgeber Tipps, wie sich gutes Mineralwasser erkennen lässt.

Speiseeis kann erfrischen, ersetzt bei Hitze aber kein regelmäßiges Trinken. Dafür bleiben Wasser und ungesüßter Tee die bessere Wahl.

So bleibt Eis auf dem Heimweg fest

Wer an sehr heißen Tagen Speiseeis kauft, legt es erst ganz am Ende in den Einkaufswagen. Für den Heimweg empfehlen das Bundeszentrum für Ernährung und die Verbraucherzentrale eine Kühltasche, idealerweise mit Kühlakkus.

Taut Eis unterwegs an und friert zu Hause wieder fest, leidet vor allem die Konsistenz. Größere Eiskristalle in oder auf der Packung können auf eine unterbrochene Kühlkette hindeuten.

Wer noch nach einer Sorte für die nächste Hitzewelle sucht, kann sich vor dem Einkauf unsere sieben Supermarkt-Eissorten für heiße Sommertage ansehen.

Verwendete Quellen