Radioaktive Lebensmittel: Wie gefährlich sind Paranüsse, Pilze und Co. aus dem Supermarkt?

4. November 2025

Von: Moritz Serif

Auf dem Foto sieht man Lebensmittel
Radioaktive Lebensmittel: Ist das eine Gefahr? (Symbolfoto/Midjourney).

Lebensmittel können radioaktive Isotope enthalten, die Strahlung aussenden.

Auch solche, die im Supermarkt oder Discounter verfügbar sind.

Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe und erklärt, was beim Verzehr zu beachten ist, wenn Sie sich für eine gute Ernährung interessieren.

Was macht Lebensmittel radioaktiv?

Radioaktive Lebensmittel entstehen nicht nur durch Umweltkatastrophen wie Tschernobyl. Die Natur selbst trägt ihren Teil dazu bei.

Böden, Gesteine und das Weltall senden kontinuierlich Strahlung aus. Pflanzen und Tiere nehmen diese Stoffe auf. So gelangt die Radioaktivität in die Nahrungskette.

Natürliche Radioaktivität in Lebensmitteln stammt vor allem von Kalium-40 sowie aus den Zerfallsreihen von Uran-238 und Thorium-232 (z. B. Radium-226, Polonium-210

Natürliche Radioaktivität

Jeder Mensch nimmt täglich natürliche Radioaktivität auf. Dies geschieht durch Nahrung, Luft und Wasser.

Bananen enthalten etwa das radioaktive Isotop Kalium-40.

Künstliche Radioaktivität

Radioaktivität, die durch menschliche Aktivitäten ausgelöst wird (Bestrahlung, Reaktorunfälle)

Cäsium-137 ist hier der Hauptverursacher.

Radioaktive Lebensmittel: Was ist besonders betroffen?

Einige Lebensmittel sind aufgrund ihrer Wachstumsumgebung besonders anfällig für die Aufnahme von Radioaktivität.

  • Wildpilze: Sie nehmen Radioaktivität aus dem Boden über ihr Pilzgeflecht auf. Je nach Region kann die Belastung stark variieren.
  • Wildfleisch: Tiere wie Wildschweine sind oft höher belastet als andere Wildarten. Der Grund: Diese Tiere wühlen tief im Boden nach Nahrung.
  • Paranüsse: Paranüsse können aufgrund ihrer Aufnahme von Radium-226 aus dem Boden eine vergleichsweise hohe natürliche Radioaktivität aufweisen.

Paranüsse: Bundesamt rät von übermäßigem Verzehr ab

Auch Paranüsse sollten nur in Maßen konsumiert werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät:

Erwachsene sollten vorsorglich von einem übermäßigen Verzehr von Paranüssen absehen. Schwangere und stillende Frauen sollten vorsorglich auf den Verzehr verzichten, um ihr Kind vor unnötigen zusätzlichen Strahlendosen zu schützen.

Kinder und Jugendliche sollten bestenfalls keine Paranüsse essen.

Wie gefährlich sind radioaktive Lebensmittel wirklich?

Die EFSA kommt in ihrer Bewertung zu bestrahlten Lebensmitteln zu dem Ergebnis, dass bei ordnungsgemäßer Anwendung keine gesundheitlichen Risiken für Verbraucher bestehen.

Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit werden in Deutschland jährlich Tausende Lebensmittelproben auf Strahlenbehandlung untersucht.

Das Ergebnis: Auf dem Markt gebe es nur wenige bestrahlte Lebensmittel.

Wer überwacht die Bestrahlung von Lebensmitteln?

In Deutschland gibt es strenge Vorschriften zur Überwachung von radioaktiven Lebensmitteln.

Das Bundesamt für Strahlenschutz und andere Institutionen führen regelmäßig Messungen durch, insbesondere in den nach Tschernobyl belasteten Regionen.

Nach Euratom 2016/52 gelten im Notfall-/Krisenfall (und für bestimmte Importe) Höchstwerte von 600 Bq/kg für die meisten Lebensmittel.

Bei Milchprodukten und Säuglingsnahrung liegt der Grenzwert niedriger, bei 370 Becquerel pro Kilogramm.

Verwendete Quellen

  • Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
  • Bundesamt für Strahlenschutz
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
  • Eigene Recherche

Transparenzhinweis

Dieser Artikel dient der reinen Informationsgewinnung und ersetzt keinen Besuch beim Arzt oder Ernährungsberater.