Viele Kunden schauen bei Sahne zuerst auf Marke und Preis.
Bei MILRAM lohnt sich jetzt auch der Blick auf die Grammzahl: 200 Gramm statt früher 250 Gramm. Die Verbraucherzentrale Hamburg führt die Schlagsahne in ihrer Mogelpackungsliste.
DMK nennt produktionstechnische Gründe. Eine zusätzliche Antwort auf Anfrage von supermarkt-nachrichten.de lag bis zum Ablauf der Frist am 4. Juni 2026 um 09:18 Uhr nicht vor.
MILRAM Schlagsahne: Weniger Inhalt, höherer Beispielpreis
Die frühere Packung enthielt nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg 250 Gramm und kostete 1,69 Euro. Die neue Packung enthält 200 Gramm und kostete im dokumentierten Beispiel 1,79 Euro.
Der Unterschied wirkt am Regal klein. In der Rechnung der Verbraucherzentrale ist er deutlich: plus 32,4 Prozent.
Gekauft wurde das Produkt laut Verbraucherzentrale bei Edeka.
Heißt das: DMK spricht von einer Preiserhöhung?
Nein.
DMK hatte der Verbraucherzentrale Hamburg mitgeteilt, die Umstellung habe „ausschließlich produktionstechnische Gründe“.
Nach Darstellung der Verbraucherzentrale stehe die Anpassung nicht im Zusammenhang mit Preisüberlegungen oder Preisanpassungen durch MILRAM. Das Unternehmen verweist zudem darauf, dass Kunden 200-Gramm-Becher von anderen Sahneprodukten kennen.
Auf einen Extra-Hinweis verzichtete DMK. In der Stellungnahme heißt es: „Ein zusätzlicher Hinweis auf der Verpackung […] wurde nicht eingesetzt.“
Armin Valet fordert Hinweis auf kleinere Packung
Genau hier setzt die Kritik an.
Bei einer Reduzierung von 250 auf 200 Gramm erwartet Armin Valet aus der Abteilung Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Hamburg mehr als nur die neue Grammzahl auf der Packung.
Aus seiner Sicht braucht es einen „deutlich sichtbaren Hinweis auf die Füllmengenreduzierung“.
Zur DMK-Begründung schreibt Valet knapp: „Nehmen wir zur Kenntnis“.
Reicht 200 Gramm auf der Packung?
Für Kunden ist entscheidend, ob die Änderung beim schnellen Einkauf auffällt.
Valet hält einen zusätzlichen Hinweis für nötig und verweist auf zwei Urteile. Zugleich schränkt er ein: „Aber wir haben leider die beiden Packungen nicht im Vergleich gesehen. Fast unmöglich bei Frischeprodukten wie Sahne.“
Alte und neue Packung lagen der Verbraucherzentrale in diesem Fall also nicht nebeneinander vor.
Gibt es weitere Sahne-Fälle?
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg derzeit nicht.
Weitere aktuelle Beispiele bei Sahne nennt Valet nicht: „Nein, uns ist in den letzten Wochen kein anderes Produkt bekannt geworden“.
Was Kunden am Kühlregal prüfen können
Der einfache Becherpreis reicht hier nicht.
Das Problem: Alte und neue Packung stehen meist nicht nebeneinander im Regal. Deshalb sei ein sicherer Vergleich kaum möglich: „Das ist schwierig, zuverlässig schon gar nicht, weil die Produkte nicht nebeneinander im Regal stehen. Deshalb kann man den Grundpreis nicht vergleichen.“
Kunden können trotzdem auf Verpackung, Aufmachung und Hinweise auf der Packung achten. In der Antwort heißt es: „Indizien könnten andere Verpackungen, andere Aufmachung, Hinweise auf der Packung sein.“
Am Regal zählt am Ende: Füllmenge prüfen, Grundpreis vergleichen, nicht nur auf den Preis pro Becher schauen.
Verwendete Quellen
- Verbraucherzentrale Hamburg: Deutsches Milchkontor GmbH Milram Schlagsahne 2026
- Presseantwort von Armin Valet, Verbraucherzentrale Hamburg, an supermarkt-nachrichten.de
- Presseanfrage von supermarkt-nachrichten.de an DMK
